Fasten

Wie faste ich am besten ?

Wenn ich mich für eine selbständige Fastenwoche entschieden habe, sollte ich mir überlegen, wie und unter welchen Umständen ich am besten faste. Alleine, oder mit mehreren, in den Ferien, im Alltag oder zu Hause?

Lass uns zusammen fasten!

Am leichtesten fastet es sich in der Gruppe von Gleichgesinnten. Das wirkt ausgesprochen anregend. Erfahrungsaustausch ist möglich, gegenseitiges Motivieren dran zu bleiben und Erfahrungen und Tipps auszutauschen.

Wir können uns treffen, uns austauschen und vielleicht sogar gemeinsam etwas zu unternehmen. Allerdings ist auch wichtig, dass jeder Einzelne sich zurückziehen und für sich sein kann.

Wer darf selbständig fasten?

Jeder, der sich für gesund und leistungsfähig hält, der sich zutraut, Disziplin zu halten und Verzicht zu üben. Wenn sich jemand unsicher fühlt, ist die Empfehlung, das Fasten mit dem Arzt zu besprechen.

Regeln des Fastens

In den Fastentagen absolut nichts essen – nur trinken

Konkret heisst, das, 5 bis 10 Tage nur Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Trinke ungesüssten Tee, Gemüsebrühe, verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte und natürlich Wasser – mehr als der Durst verlangt. Zusätzlich wäre empfehlenswert, komplett auf zuckerhaltige Gemüse und Obst zu verzichten.

Weglassen, was nicht lebensnotwendig ist

Verzichte auf liebe Gewohnheiten, die dem Körper während der Fastenzeit schaden, wie zum Beispiel Rauchen. Nikotin und Alkohol, Süssigkeiten und Kaffee, Medikamente (soweit entbehrlich) gehören nicht in die Fastenzeit. Ebenso Entwässerungstabletten, Appetitzügler und Abführmittel – Fasten ist eine natürliche Angelegenheit und braucht keinerlei Chemie.

Löse dich vom Alltag

Geh heraus aus beruflichen und familiären Bindungen, weg von Terminkalender und Telefon. Verzichte auf Zeitung, Zeitschrift, Radio und Fernseher. Statt Reizüberflutung von aussen steht die Begegnung mit sich selbst im Vordergrund. Statt sich fremdsteuern zu lassen, nimm verstärkt deine innere Stimme wahr und lass dich davon leiten.

Sich natürlich verhalten

Das heisst, all das zu tun, was dem Körper gut tut, wonach der Körper verlangt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungsfreudige wandern, Sport treiben, schwimmen. Tun Sie, was dir persönlich Freude bereitet – lesen, Musik hören, malen oder andere Hobbys pflegen.

Alle Ausscheidungen fördern

Ein wichtiger Aspekt beim Fasten ist die Reinigung. Es geht also nicht nur darum, was man (nicht) zu sich nimmt, sondern auch darum, was man ausscheidet. Beim Fasten werden Sie den Darm regelmässig entleeren, die Nieren gut durchspülen, abatmen, schwitzen sowie Haut und Schleimhäute pflegen.

Was brauche ich für meine Fastenwoche : Glaubersalz, Stilles Wasser, verschiedene Kräutertees, Gemüse und Gewürze, Zitronen, grünes Gemüse und einen Apfel für den morgendlichen Smoothie

Entlastungstag

Es ist wichtig, nicht sofort anfangen zu Fasten sondern den Entlastungstag ganz bewusst durchzuführen und sich auf die Fastenwoche einzustellen.

Variationen: Obsttag, Reistag oder Frischkosttag

Ausscheidung: Weiche Darmfüllung durch Ballaststoffe, Flohsamen, Leinsamen oder Weizenkleie, Flüssigkeit

Getränke : viel Tee und Wasser über den ganzen Tag verteilt

Morgens : Obst, Nüsse oder Birchermüesli

Mittags : gedämpftes Gemüse mit Olivenöl, Joghurt mit Leinsamen

Nachmittags : 1 Apfel, Haselnüsse

Abends : Obst, Joghurt mit Leinsamen, Knäckebrot

Bewegung/Ruhe: Laufen oder spazieren gehen, frische Luft geniessen, zur Ruhe kommen

Erster Fastentag

Ausscheidung: Mit der gründlichen Darmreinigung startet das Fasten. Der Körper schaltet auf Ausscheidung. Führ die Darmentleerung mit Hilfe von Glaubersalz (20 – 40 g Glaubersalz)  durch. Bei empfindlichem Magen mach dir stattdessen täglich einen Einlauf.

Morgens : Glaubersalz, Kräutertee (Kamille, Malve, Rosmarin oder Melisse), Matchatee oder ungesüsstes heisses Zitronenwasser

Vormittags : Grünen Smoothie mit Spinat, Apfel, Zitrone und Ginger

Zwischendurch immer genügend trinken : Tee (Hagebutte, Fenchel oder Apfelschalen) oder Wasser

Mittags und Abends: selbst zubereitete Gemüsebrühe (grüne Gemüse, Sellerie, Lauch, Möhren, Tomaten, Rote Beete usw. auch je nach Angebot)

Rezept Gemüsebrühe : alle Gemüse kochen, dann durch Sieb streichen und nur die Flüssigkeit trinken. Dann Kräuter und Gewürze hinzufügen.

Bewegung/Ruhe: An diesem ersten Fastentag bleibst du am besten zu Hause. Ruh dich aus, lese, faulenze, höre Musik. Mach einen kleinen Spaziergang, aber nimm dir keine zu grossen Anstrengungen vor. Nimm kein heisses Bad oder geh auch nicht in die Sauna.

Tipp: ganz bewusst trinken, “kaue” jeden Schluck, geniess es, trinke langsam

Zweiter Fastentag

Ausscheidung: Nieren und Gewebe durchspülen, mehr trinken als sonst. Urin prüfen – ist er hell? Wenn nicht: mehr trinken.

Morgens: Kräutertee, grünen Smoothie, viel Wasser

Zwischendurch immer genügend trinken : Tee (Fenchel oder Apfelschalen) oder Wasser

Mittags und Abends: selbst zubereitete Gemüsebrühe oder Obstsaft (grüne Gemüse, Sellerie, Rote Beete usw. auch je nach Angebot)

Bewegung/Ruhe: Yoga, Spazieren, Ruhen

Bewusstes Erleben: sich erlauben, müde zu sein und loszulassen, sich frei fühlen von Hunger, Meditieren

Dritter, vierter und fünfter Fastentag

Ausscheidung: morgens abführen (mindestens jeden 2. Tag einen Einlauf oder Bittersalz oder Sauerkrautsaft

Morgens: Kräutertee, grünen Smoothie, viel Wasser

Zwischendurch immer genügend trinken : Tee (Fenchel oder Apfelschalen) oder Wasser

Mittags und Abends: selbst zubereitete Gemüsebrühe oder Obstsaft (grüne Gemüse, Sellerie, Rote Beete usw. auch je nach Angebot)

Bewegung/Ruhe: Yoga, Spazieren, Ruhen

Schlafen: schlaflose Phasen bewusst nutzen und positiv gestalten

Tipps: Heiss-kalte Wechselduschen, bürsten und ölen, Leberwickel, Mundgeruch ist normal beim Fasten, das ist ein Zeichen der Entgiftung, Pfefferminztee hilft dagegen

Bewusstes Erleben: Die Lebensgeister erwachen, “Was braucht mein Körper? Wonach hungert meine Seele?”

Aufbautage 1 bis mehrere Tage

Nach 5 Tagen fasten fühlst du dich jetzt sicher sehr wohl, klare Gedanken und ein paar Kilos weniger. Jetzt gilt es, langsam wieder in den Alltag überzugehen. Mit kleinen Portionen anfangen und vielleicht hast du dir auch was vorgenommen, wie du deine Essgewohnheiten verändern möchtest.

Ausscheidung: Behutsam an Nahrungsaufnahme gewöhnen, die Ausscheidung ist weiter wichtig; Darm mit Quellstoffen füllen, reichlich trinken.

Morgens: Kräutertee, Fastenbrechen mit einem reifen Apfel (oder gedünstetem Apfel)

Zwischendurch immer genügend trinken : Kräutertee, Wasser

Mittags 1. Tag: Kartoffel-Gemüse-Suppe – 2. Tag: Blattsalat, Pellkartoffeln, Möhrengemüse, Bio-Joghurt mit Sanddorn

Abends 1. Tag:  Tomatensuppe, Buttermilch mit Leinsamen, Knäckebrot; Trockenfrüchte für den nächsten Tag einweichen – 2. Tag: Möhrenrohkost, Getreide-Gemüse-Suppe, Dickmilch mit Leinsamen, Knäckebrot

Bewegung/Ruhe: Yoga, spazieren, Flauten annehmen, Anstrengungen meiden

Tipps: Moment wahrnehmen, um Veränderung in seinem Leben vorzunehmen, bewusst essen und geniessen, vielleicht in ein 16/8 intermittierendes Fasten übergehen

Idealerweise fastet man im Frühjahr und im Herbst, der Körper stellt sich um auf die neue Jahreszeit. Wenn der Mond noch ins Spiel kommt, wâre es ideal mit abnehmendem Mond zu fasten. Der Körper ist dann auf loslassen programmiert.

Quelle: Wie neugeboren durch Fasten von Dr. med. Hellmut Lützner